Fahrsport

Fahren auf einen Blick
Dieser Sport hat eine lange Tradition. Tausend Jahre bevor die ersten Ritter auftraten, wussten bereits die Assyrer und Ägypter mit Pferden und Wagen umzugehen. Auch die Griechen fuhren mit großer Leidenschaft, weniger um Kriege zu bestreiten, als im rasanten Kampfsport.
Schon damals war der elegante Wagen mit kostbaren Geschirren und gut herausgebrachten Pferden mehr als nur ein Transportmittel. Wer einen schönen Wagen besaß und ihn elegant vorzuführen wusste, hatte großes Ansehen in der damaligen Gesellschaft.
Vor ca. 500 Jahren begann ein neues Zeitalter für das Wagenepos.
Die Erfindung der Kutsche. Das Fahren und Reisen über lange Strecken hatte nun eine neue Zukunft. Ausschlaggebend in der Entwicklung von Geschirren und Wagen waren die Engländer. Ende des 19. Jahrhunderts konzipierte Benno von Achenbach ein Fahrsystem, das auch heute noch Gültigkeit hat. Seine Idee war es, ein Wagenpferd ähnlich wie ein Rennpferd zu gymnastizieren, auf der Basis von Gehlust, Schwung, Gehorsam, Durchlässigkeit und Versammlung.
Gleichzeitig mit dem Turniersport entwickelte sich auch das Fahren als Sport. Sein heutiges Gesicht bekam der Fahrsport erst in den siebziger Jahren, obwohl schon nach dem Krieg bei den wichtigen deutschen Turnieren, wie etwa in Aachen und dem Hamburger Fahrderby, Fahrprüfungen durchgeführt wurden.



Dressur
Auch in Fahrsport ist die Dressur die Grundlage aller Disziplinen.
Auf einem 40x80 m oder 40x100 m großen Dressurviereck wird nur im Schritt oder Trab gefahren. Ein wichtiges Element bei der Dressur ist die Haltung des Fahrers. Er soll aufrecht sitzen, jedoch nicht verkrampft, mit lockeren Schultern und Ellenbogen, die Peitsche in der rechten Hand und jeder Zeit "Herr der Lage" sein. Nur mit der Stimme, den Leinen und mit leichten Berührungen der Fahrpeitsche zeigen Fahrpferde aller Anspannungen Lektionen bis zur schwersten Klasse.
Freiheit und Regelmäßigkeit der Gänge, Harmonie und Leichtigkeit der Bewegung, Schwung und korrekte Stellung der Pferde und Genauigkeit der Figuren sind hier die Bewertungskriterien.


Hindernisfahren
Beim so genannten "Kegelfahren" werden noch einmal die Geschicklichkeit des Fahrers und der Einklang mit seinen Pferden auf die Probe gestellt. Der Parcours kann bis zu 20 Hindernisse enthalten. Jeder abgefallene Ball kostet 5 Strafpunkte.
Die Entfernung der Kegel zueinander entspricht der Spurbreite der Kutsche plus 20 bis 50 cm je nach Klasse (Schwere) des Turniers.
Hier dürfen alle drei Grundgangarten gefahren werden und eine beherzte Fahrt hat schon manchem Fahrer den Sieg gebracht.


Geländefahren
Auf einer ca. 11km langen Strecke durch Feld und Wald zeigen die Pferde und ihre Fahrer die ganze Palette ihres Könnens in drei Phasen: Wegestrecke, Schritt- und Geländehindernisstrecke. Beobachter notieren alle Vorkommnisse, wie z.B. Nichteinhalten der vorgeschriebenen Gangarten (max. 5 Sek. darf die Gangart falsch sein), Überschreiten von vorgeschriebenen Zeiten in den Strecken, Absteigen von Beifahrer und/oder Fahrer, sofern es nicht ein Notfall erforderlich macht.
Leistungsfähigkeit und Ausdauer, Gefühl für Geschwindigkeit und Geschick beim Durchfahren der Hindernisse sind gefragt. In sportlicher Rasanz geht es darum, die attraktiven Fahrhindernisse in der Reihenfolge A-E zu durchfahren und dabei den schnellsten Weg auszuwählen. Nur ein eingespieltes Team wird hier erfolgreich sein.
Härtetest für Fahrer und Pferde - Spannung pur - ein Vergnügen für alle Pferdefreunde.